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Ägypten 2006, Tag 5


1.1.2007/Tag 5

Die Sylvesterparty letzte Nacht war zwar nett, aber nicht sehr spektakulär. Das Essen, welches 46 Euro pro Person zusätzlich gekostet hat, war schlecht. Bei einem Gang wurde erst der Teller, dann das Fleisch und erst eine Viertelstunde die Beilagen gebracht. Aber zum Glück ist mir Sylvester nicht so wichtig.
Am nächsten Tag, also heute, geht es morgens zum Horustempel von Edfu. Horus ist der Schutzgott der Region. Der Tempel ist verhältnismäßig neu und wurde erst in der griechischen Phase unter den Ptolomäern gebaut, die einige Fehler machten. Der Anbetungstempel ist westlich vom Nil, wo eigentlich nur Totentempel stehen. Auf der Außenmauer werden neben den Kriegsszenen auch religiöse Szenen dargestellt. Diese sind eigentlich den Priestern vorbehalten. Auf der äußeren Mauer im ersten Innenhof sind die vier Feste des Horus dargestellt. Diese sind Horus Eheschließung, Horus Krönung, Horus Kampf und sein Sieg über Seth und das Neujahrsfest.
Die Barke des Horus
Die Barke des Horus
Die Decken des Tempels sind noch erhalten, so dass man richtig in den Tempel gehen kann. Auf den Wänden sind die wichtigsten Sagen über Horus dargestellt, aber auch Rezepte für Heilmittel und Parfüms. Viele Figuren wurden ausgemeißelt und die Decken sind verrusst. Die Christen haben sich in diesem Tempel vor den Römern versteckt und haben hier Feuer gemacht. Die heidnischen Figuren haben denen nicht so gefallen, deswegen mussten sie weichen.

Hieroglyphen: Man kann die Bildzeichen entweder von links nach rechts, von rechts nach links oder von oben nach unten lesen. Man fängt immer dort an, wo die Figuren hinschauen. Bei einigen Gottheiten kann man sich nicht sicher sein, wen die gemalte Figur darstellen soll. (Vor allem bei den Frauen) Aus diesem Grund muss man bei den Hieroglyphen immer nach dem Namen suchen. Hathor hat einen Adler mit einem Quadrat drum herum. Der Adler steht für Hath. Isis hat einen Thron, ein Ei und ein halbes Brot.

Das Ritual von Horus Eheschließung erinnert ein wenig an Amun Re und Mut. Einmal im Jahr fahren Hathor und Horus sich auf dem Nil entgegen. Hathor wohnt in Dendera, nördlich von Luxor. In der Mutte treffen sie sich und werden eine Nacht lang vor Ort zusammen eingeschlossen. Anschließend fahren beide zum Horustempel und bleiben dort zwei Wochen zusammen. Anschließend fährt Hathor wieder alleine nach Hause.

Bei der Krönung wird der Pharao wie Horus gekrönt. Horus gilt als Gott der Pharaonen.

An Neujahr wird die Statue für zwei Wochen auf das Dach des Tempels getragen.

Der Kampf des Horus geht auf den Kampf zwischen Seth und Osiris zurück. Osiris regierte Ägypten und sein Bruder Seth wollte die macht. Aus diesem Grund veranstaltete er eine Party und schenkte Osiris einen Sarg. Als Osiris sich reinlegte um die Länge auszutesten, warf Seth den Deckel zu und warf den Sarg in den Nil. Isis, Osiris Frau, suchte nach ihrem Mann und fand ihn irgendwann. Osiris wollte nur mit seiner Frau glücklich sein und sagte, daß Seth ruhig regieren sollte. Als der aber erfuhr, dass sein Bruder wieder da war, zerstückelte er Osiris in 14 Teile und verteilte diese in allen Regionen in Ägypten. Nur sein bestes Stück warf er in den Nil, wo es von einem Fisch gefressen worden ist. Als Isis alle Teile aufsammeln wollte, fand sie demnach nur 13 Teile und Osiris konnte nicht wiedererweckt werden. So herrscht er nun in der Unterwelt und gilt als erste Mumie.
Später empfängt Isis von Osiris Geist ein Kind und gebährt versteckt im Nildelta einen Sohn. Dieser Sohn ist Horus, der, als er alt genug ist, seinen bösen Onkel, dargestellt als Nilpferd, herausfordert und ihn besiegt. Anschließend schneidet Horus den Körper von Seth in 14 Teile und zerstreut diese in ganz Ägypten. Dieser Sieg von Horus über Seth wird bei den Ägyptern gefeiert.


Als der Tempel ausgegraben worden ist, war die Barke noch da. Allerdings steht das Original jetzt in Frankfreich. Eine Originalgetreue Kopie wurde hinterlassen, die mittlerweile auch schon 150 Jahre alt ist. Auffallendes Merkmal an diesem Tempel sind auch die Säulen. Die Säulenhof ist geschmückt mit korinthischen und Palmensäulen, nicht mehr mit Papyrussäulen. Weiterhin sind an den Mauern zum Allerheiligsten Wasserspeier angebracht, was die Griechen vorgesehen haben, aber in diesem Teil der Welt nicht notwendig ist, da es nie regnet.
An der Seite ist ein Nilometer um den Stand des Nils genau zu bestimmen. Je nachdem, wie viel Wasser der Nil führt, so wurde der Steuersatz berechnet. Viel Ernte wurde durch hohen Wasserstand festgemacht.

Nach einer längeren Fahrt besuchten wir noch den Doppeltempel von Kom Ombo. Dieser Tempel ist sowohl Horus als auch Sorbek geweiht. Diese Kombination ergibt sich aus einer Sge, nachdem Horus wusste, wie man Äcker bepflanzte und Sorbek wie man Gold schürft. Horus hat die Äcker bepflanzt und Sorbek Horus mit Gold für das Essen bezahlt. Irgendwann sagte Sorbek, dass er Horus kein Gold mehr geben will und dies ja nicht Horus Region sei. Horus hat dann die Region mit seinem Gefolge verlassen und Sorbek musste feststellen, dass die Äcker brach lagen. Seine Leute hatten keine Ahnung, wie man Essen heranschafft. Daraufhin bat Sorbek Horus wiederzukommen.
Der Doppeltempel verfügt über zwei Eingänge, zwei Säulenhallen und zwei Allerheiligsten. Dieses Bauwerk ist, wie auch der Horustempel, ein Bauwerk der Ptolomäer gewesen. Die Figuren an den Wäden sind nicht so akurat wie die der alten Ägypter, wirken dafür etwas plastischer. Unter den Heiligtümern wurden unterirdische Krypten gefunden, in denen mumifizierte Krokodile und Falken gefunden worden sind. Dies war ein Brauch in allen Tempeln. Hier kann man auch erkennen, dass Keile zwischen den Steinen die verschiedenen Schichten fixiert haben.
Dieser Tempel hat einen Kalender. Hier wird gezählt, Ein Strich entspricht einer 1, ein Bogen einer 10, ein Auge einer 9 und ein Kreis für Tag. Die Ägypter hatten 12 Monate im Jahr, jeder mit 3 Wochen zu je 10 Tagen. Dazu kamen 5 Schalttage, an denen jeweils eine Gottheit gefeiert worden ist. (Osiris, Isis, Seth, Nephtis und Horus) Es gab zusätzlich drei Jahreszeiten zu je vier Monaten. (Überschwemmung, Saatzeit, Erntezeit) In dem Kalender ist für jeden Tag zusätzlich eine Opferanleitung vermerkt.
In diesem Tempel taucht der Architekt und Arzt Imhotep, der die erste Pyramide erdacht hat, als Gottheit wieder auf. Er zeigt diverse Apparaturen, mit denen früher kranke Menschen behandelt worden sind. Der Tempel ist größtenteils zerstört, da dieser sehr nahe am Nil gebaut ist und deshalb durch die Überschwemmung in Mitleidenschaft gezogen worden ist. Erst durch den Assuan-Staudamm wurde diese Zerstörung eingedämmt.
Es gibt vier Arten, wie Horus dargestellt wird.
Als Gott mit der Sonnenkrone, dann heißt er Ra Harachte.
Mit der Doppelkrone von Ober- und Unterägypten, dann ist er der Horus von Edfu.
Trägt er nur die Krone von Oberäberägypten, dann ist er der große Horus aus Kom Ombo.
Hat Horus keinen Falkenkopf, sondern einen Menschenkopf, dann ist er der junge Horus, wie er im Isistempel bei Assuan zu sehen ist. Da hat er eine Kindslocke am Kopf.



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