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Ägypten 2006, Tag 3


30.12.2006/Tag 3

Heute ging es in Richtung West-Theben, sprich auf die andere Nilseite. Bei den alten Ägyptern war die Westseite die Seite mit den Grabmälern, während auf der Ostseite (wo die Sonne aufgeht), die Anbetungstempel für die Göttern sind. Anfangs fuhren wir an Bauernhäusern vorbei, die meist nur aus einem Raum und einem Stall bestehen. Diese Bauern bewirten die riesigen Zuckerrohrfelder am Ufer des Nils. Als zweite Gruppe gibt es in West-Theben die Steinmetze, welche Alabaster und andere Steine bearbeiten.
Der erste Stopp war bei den Kolossen von Memnon. Diese stellen eigentlich den Pharao Amenophis III dar und bewachten dessen Grab. Dieses ist allerdings größtenteils zerfallen. Lediglich die beiden Kolosse sitzen geduldig auf ihren Thronen. Nach wenigen Minuten hupte der Busfahrer und wir mussten wieder einsteigen. Anschließend ging die Fahrt zum Tal der Könige.
Eingang zum Grab Ramses IX
Grab von Ramses IX
Hier gibt es vielleicht einen Touristenansturm. Es wurden uns Eintrittskarten ausgeteilt, mit denen wir insgesamt drei Gräber besuchen konnten. Die ersten zwei waren uns von der Reiseleitung vorgegeben, das dritte durften wir uns aussuchen. Lediglich das Grab des Tutanchamun kostete extra, da es noch den Sargophag mit der Mumie beinhaltet. Außerdem fehlte uns eh die Zeit, auch das noch zu besuchen.
Das erste Grab war das von Ramses IX. In diesem etwas kleineren Grab wurde die Geschichte des Toten erzählt, wie dieser später wieder auferstehen sollte. Kleine Kammern an den Seiten waren dazu da, die mumifizierten Eingeweide (Leber, Lunge, Magen und Darm) aufzubewahren. Das Herz wurde nach der Mumifizierung wieder in die Mumie eingesetzt.
Das zweite Grab war das von Ramses III. Dieses Grab ist besonders, da während der Tunnelung ein Durchbruch in die Grabkammer von Pharao Amenmeses passierte. Aus diesem Grund musste in einer etwas versetzten Achse weitergegraben werden. Die Orte und Baupläne alter Grabkammern waren nur den Hohepriestern zugänglich, so dass so ein Fehler durchaus passieren konnte. Bevor diese relativ tiefe Grabkammer fertiggestellt werden konnte, starb der Pharao und die hinteren Grabkammern gleichen eher einem Bergwerkstollen. Auch hier sind an den Wänden Szenen der Reise ins Totenreich dargestellt. Auf Höhe des Durchbruchs ist ein Gemälde von Isis mit ihren Schwingen, wie sie dem Pharao Schutz spendet.
Als dritte Grabkammer wollte ich eigentlich in das Grab von Hatschepsut, allerdings war diese nicht offen, so daß wir das Grab von Merenptah aus der 19. Dynastie. Erst ging es steil bergab, an den Wänden einige Wandgemälde. Dann kamen wir in eine Art Zwischenkammer, in der ein rieser Steinsarkophag liegt. (etwa 3x5m) Nach einem weiteren Abstieg kamen wir zur Grabkammer mit dem Steindeckel des inneren Sarkophags. Dieser imposante Deckel zeigt den verstorbenen Pharao als Osiris, zu seinen Füßen ist (Isis oder Mut?) mit ausgebreiteten Schwingen dargestellt. Hinter dieser Kammer war zwar noch ein Raum, aber da lauerte immer einer auf Trinkgeld, wenn er für Neugierige das Licht anmachen durfte.
Als wir wieder beim Bus waren, ging es zu einer "Alabaster-Factory", wo uns erklärt worden ist, wie Alabaster zu Vasen verarbeitet wird.Anschließend durften wir in dem großen Verkaufssaal einkaufen. Hier ließen sich die sonst recht teuren Sachen relativ gut herunterhandeln.
Nach dem erfolgreichen Einkauf ging es weiter zum Totentempel von Hatschepsut. Dieser dreistufige Tempel ist zum Anbeten der toten Königin gedacht, ihr Grab liegt im Tal der Königinnen. Auf der mittleren Terasse, links und rechts von dem Aufgang, sind Szenen aus ihrer Herrschaft dargestellt. Auf der rechten Seite erklärt sie, wie sie von Amun Re gezeugt worden ist, der in Gestalt ihres Vaters ihre Mutter verführte. Dies sei ihre Legimitation für die Herrschaft gewesen, da sie als Frau eigentlich nicht regieren durfte. Weiter auf der rechten Seite ist ein Nebentempel für den Gott Anubis (der schakalköpfige Gott) gebaut. Auf der rechten Seite neben dem Eingang ist eine Anleitung, was man dem Wächter der Toten zu opfern hat. An der Wand zur Rechten sieht man eine etwas männlich wirkende Pharaonenfigur, die Horus zwei Gefäße überreicht. Die Kartuschen von Hatschepsut wurden von ihrem Neffen Thutmosis III übermalt. Andere Kartuschen wurden einfach ausgemalt, so daß diese leer sind.
Statue von Hatschepsut
Statue von
Hatschepsut
Auf der linken Seite erzählt Hatschepsut uns von ihrer Expedition in das Puntland (man schätzt, es ist das heutige Somalia), wo sie Weihrauch, Vieh, Gold und andere Dinge mitbrachte. Der göttliche Schreiber mit dem Ibiskopf, Thot, überwacht die mitgebachten Dinge. Auf der dritten Terasse stehen einige Statuen von Hatschepsut, wobei nicht mehr viele davon erhalten sind. Diese zeigen aber, dass dies hier tatsächlich eine Pharaonin gebaut hat. Die weiblichen Züge sind hier deutlich erkennbar. Ebenfalls auf der dritten Terasse ist ein Innenhof vor dem Allerheiligsten des Tempels. Die Statuen und Bildnisse von Hatschepsut sind hier alle kopflos, so dass einem der Gedanke kommt, ihr Nachfolger Thutmosis III hat hier gewütet. Das Allerheiligste konnten wir nicht betreten, aber der erste Anblick des Innenhofs mit der hoch aufragenden Felswand dahinter war schon sehr imposant.
Nach diesem Tempel ging es wieder mit dem Bus zum Boot. Am Nachmittag hatten wir frei, wo ich diese Zeilen schreiben konnte. Gerade ist die Sonne westlich vom Nil untergegangen. Die Schiffe sind mit rangieren fertig, so daß wir jetzt ganz außen liegen und in der Nacht direkt ablegen können. Morgen ist ein Reisetag, an dem nichts weiter anliegt.



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