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Ägypten 2006, Tag 2


29.12.2006/Tag 2

Um 5 Uhr morgens wurde ich das erste mal geweckt. Nicht von meinem Wecker, sondern vom Muezin, der zum Gebet ruft. Nach dem Frühstück geht es zur ersten Besichtigungsstätte, dem Karnak Tempel. Dieser Tempel gilt als eines der größten Tempelanlagen der ägyptischen Antike. Diverse Pharaonen haben diesem Amun Re geweihten Tempel erbaut und erweitert. Amun Re war der Gott der Winde (später dann der Gott der Götter) und in Theben (Luxor) war seine Region. Dies ist der einzige Tempel, bei dem hinter dem Allerheiligsten noch ein Innenhof und der "Botanische Garten" gebaut worden ist. Des weiteren hat dieser Tempel zehn Pylonen. Das sind große Eingangsportale, die charakteristisch für ägyptische Tempelanlagen sind. Von diesem Tempel aus führt eine von Sphinxen gesäumte Allee zum Luxor Tempel. Vor dem Karnak Tempel ist ein großer heiliger See, in dem die Priester sich waschen konnten.
Die Wandmalerein innen und außen unterscheiden sich stark voneinander. Auf der Innenseite werden heilige Szenen, wie der Pharao vor Göttern betet, gezeigt. Dieser Bereich war lediglich Priestern vorbehalten. Außerhalb sind die Szenen des Krieges dargestellt, welche den Pharao als starken Streiter zeigen. Diese Wände konnten auch vom gemeinen Volk gesehen werden.
In den Tempelanlagen gab es drei verschiedene Arten von Säulen, die alle dem Papyrus nachempfunden sind.

Schematische Darstellung der Säulen


Die Wände des Tempels waren mal farbug. Teilweise ist die Farbe noch erhalten. Vor meinem geistigen Auge bildete sich ein Dach üder der Säulenhalle, überall farbige Wände. Die Priester tragen das Boot mit der Satue des Amun Re zwischen den Säulen im Mittelschiff. Licht fällt durch die schmalen Fensterschlitze, welche den Höhenunterschied zwischen Mittelschiff und Seitenschiff ausgleichen.
Zum Abschluß liefen wir alle sieben mal gegen den Uhrzeigersinn um eine Skarabäusstatue. Dies soll angeblich Glück bringen.
Als nächstes brachte uns der Bus in ein nahgelegenes Papyrus-Institut, wo wir Papyrus (bemalt oder unbemalt) zu teuren Preisen kaufen konnten. Uns wurde erzählt, daß nur diese Institute echtes Papyrus verwenden und auf der Straße Bananenschalen verwendet werden. Das echte Papyrus ist wohl strapazierfähiger und überdauert auch Jahrtausende. Das falsche muss in Plastikfolien aufbewahrt werden, da es sonst zu schnell verfällt. In diesem Institut war das Fotografieren stark eingeschränkt, deswegen hab ich es gleich komplett gelassen.
Noch vor dem Mittagessen ging es weiter in den Luxortempel. Dieser Tempel ist der Frau von Amun Re (Mut) geweiht und ist bei weitem nicht so groß wie der Karnak Tempel. Der Luxortempel wurde von Amenophis III angefangen und von Ramses II erweitert. Verfolgt man den Weg bis in das Innere des Tempels, kommt man in einen kleinen Raum, der mal eine kleine Säulenhalle gewesen ist. Alexander der Große hat die Säulen wegnehmen lassen und vor dem eigentlichen Allerheiligen des Tempels ein Neues eingebaut. Das alte Allerheiligste wurde von da an nur noch als "Schatzkammer" verwendet. Am Allerheiligsten wird der Gott Amun Re in Gestalt von dem Fruchtbarkeitsgott Min gezeigt. Hier ist seine Geschichte.

Um Ober- und Unterägypten zu vereinen gab es viele Kriege. Da gab es ein Dorf, aus welchem die Männer abgezogen worden sind um in den Krieg zu ziehen. Sie sollten erst nicht lange wegbleiben. Zurück blieb ein junger Mann nahmens Min, der auf die Frauen und Kinder aufpassen sollte. Als die Soldaten nach zweieinhalb Jahren zurückkehrten, mussten sie feststellen, daß alle ihre Frauen schwanger waren. Diese zeigten alle auf Min, und daß sie selber nichts dafür könnten. Die Männer waren so wütend auf Min, daß sie ihm ein Bein und einen Arm abschnitten. Min lebte noch bis ins hohe Alter weiter. Aber die Kinder von Min, wurden später wieder für einen Krieg eingezogen, um Ägypten zu vereinen. Allerdings waren die Kinder, im Gegensatz zu ihren Vorgängern erfolgreich. So wurde gesagt, daß Min ein Gott gewesen sein muss, durch den diese Männer gezeugt worden sind.

In beiden Tempeln gibt es Anzeichen und Überreste von Fresken der Christen aus der Zeit der römischen Christenverfolgung. Es wurden die alten Wandverzierungen mit Gips überstrichen und Bilder der Apostel und ähnliches gemalt.
Die Moslems haben oben auf dem ersten Pylon des Luxortempels im 12. Jahrhundert eine Moschee gebaut. Diese ist von einer Seite aus immer noch zugänglich und wird weiterhin genutzt.
Die Tempel gehören un dem Sinne zusammen, dass sie zwei Ehegöttern gehören. Zusammen mit deren Sohn Khons bilden sie die Triade von Theben. Die Statue des Amun Re wurde einmal im Jahr die 3 km lange Sphinx-Allee entlang getragen. Dieser verweilte dort für zwei Wochen bei seiner Frau, bis er wieder nach Hause gebracht worden ist. Die Allee ist noch nicht komplett ausgegraben, da mittlerweile auch Wohngegenden auf dieser Straße gebaut worden.
Die Pharaonin Hatschepsut kommt später noch weiter vor, deshalb eine einführende Geschichte an dieser Stelle.

Im Karnaktempel stehen zwei Obelisken der Pharaonin Hatschepsut. Eigentlich war es unmöglich, daß eine Frau Königin von Ägypten war. Allerdings waren der Thronerbe und seine Frau erst zwei Jahre alt, als der Mann von Hatschepsut starb. Sie übernahm die Geschäfte des Landes und war irgendwann der Meinung, sie sollte mehr als nur Verwalterin sein und machte sich zur Pharaonin. Zwanzig Jahre später starb sie und ihr Sohn übernahm die Macht. Dieser war so sauer auf seine Tante, weil er erst so spät an die Macht kam, daß er versuchte, ihre Bauwerke zu zerstören. Da es mit den Obelisken nicht so klappte, ließ er diese einmauern, damit der Sonnengott Re die Wünsche von Hatschepsut nicht mehr lesen konnte. Später brach die Mauer ein und die Obelisken kamen wieder zum Vorschein. Einer der Obelisken ist umgefallen und liegt beim heiligen See, neben dem Skarabäus.




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